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Segeln mit Ihrer Charter Yacht

Richtig Reffen

Richtig Reffen

Draußen ist es ruppig und Sie glauben im Hafen bleiben zu müssen? Auch bei Windstärken über 7 Beaufort kann man gut segeln, wenn man die richtigen Segeleinstellungen kennt. Wind über 6 Beaufort macht vielen Angst, zumal das Bootshandling, durch neue Yachtlayouts den Fokus mehr auf das Wohnen, statt auf das Segeln legen, erschwert wird. Daher gilt gerade bei viel Wind, dass jeder Handgriff sitzen muss, um auch jenseits von 20 Knoten Wind ausgewogen und sicher segeln zu können. Daher liegt der Schlüssel zum Erfolg im richtigen Reffen der Segel.

Das bedeutet im Klartext, dass die Crew zunächst die Vorsegelfläche verringert, bevor sie das erste Reff ins Großsegel einbindet. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob diese Reihenfolge auch gilt, wenn statt horizontaler in vertikaler Richtung gerefft wird. Dazu müssen wir wissen, dass der Segeldruckpunkt sich aus der gesamten gesetzten Segelfläche ergibt. Der Lateraldruckpunkt ergibt sich aus der gesamten Seitenfläche des Unterwasserschiffs. In einem ausgewogenen Trimm liegt der Segeldruckpunkt leicht hinter dem Lateraldruckpunkt, sodass Ruderdruck entsteht. Bei der Reduzierung der Segelfläche wandert der Segeldruckpunkt  nach vorne und das Schiff wird leegierig. Bei Rollsegeln kann gelten: Das Großsegeln ganz wegnehmen und die Genua stehen lassen. Denn gerade bei Rollgroßsegeln kann das Reffen den Segeldruckpunkt stark verschieben. Beim Reffen in den Mast wird das Profil des Segels beim Einrollen verzerrt. Der klassische Reff in den Baum hingegen gewährleistet, dass das Segel seine ursprüngliche Form beibehält, sodass der Vortrieb erhalten bleibt. Das Schiff segelt ausgewogener und der Segeldruckpunkt bleibt zentriert. Es kann sich daher besonders bei Rollgroßsegeln anbieten, das Groß­­ bei Überdruck ganz wegzunehmen.

In der Praxis gilt natürlich, sich ungeachtet aller Reff-Grundregeln der Konzeption der jeweiligen Yacht und dem Können der Crew anzupassen. 30 Knoten können auf einer stäbigen Hochseeyacht anders wirken als auf einem ranken Kleinkreuzer. Also, viel Wind muss nicht automatisch Gefahr bedeuten. Gerade auf Raumschotskursen können zeitgemäße Fahrtenschiffe hohe Geschwindigkeiten erreichen, wenn man sie lässt. Geschwindigkeit, der kontrollierte Umgang mit viel Wind, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und ins Material bringen viel Spaß.