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Segeln mit Ihrer Charter Yacht

Anlege- und Festmachmanöver im Hafen

Anlege- und Festmachmanöver im Hafen

In vielen Mittelmeerhäfen ist das römisch-katholische Anlegen zu beobachten. Besonders in der Hochsaison sind die dortigen Häfen überfüllt und sehr eng zum Manövrieren, sodass schnell eine Stresssituation entstehen kann. In den unterschiedlichen Marinas im Mittelmeer ist es üblich, dass Marineros Ihre Charteryacht in die letzte kleinste Lücke quetschen. Wenn nötig auch mit Motorkraft. In kleineren Fischerhäfen sind Sie dann auf Ihre eigenen Künste angewiesen. Bei jedem Anlegemanöver ist dennoch die oberste Regel alles hierfür nötige gut vorzubereiten. Hierzu zählt unter anderen, dass Sie sich im Hafenhandbuch über die dortige Anlegesituation zuvor ein Bild machen. Für das Anlegemanöver ist der Skipper in der Pflicht jedem Crewmitglied einen festen Einsatzort zu geben. Natürlich sind für Anlegemanöver Fender und, wenn nötig, der Anker bereitzuhalten. Sollten Sie sich im Hafenhandbuch kein Bild machen können, ist es erlaubt in den Hafen hineinzufahren und sich direkt vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Dann können Sie entspannt wieder rausfahren und nochmal hineinfahren. Bei Windstille und wenn Sie Ihre Yacht gut kennen, sind Manöver auf engem Raum kein Problem. Sollte allerdings seitlicher Wind herrschen und die Situation recht eng ist, haben Sie weder Zeit noch Platz für Akrobatik. Daher bietet es sich an wieder rausfahren. Kurze Creweinteilung, Festlegung, wie man mit den Leinen verfährt, jeder an seinen festen Platz und dann erneut rein in den Hafen. Sie sollten sich bereits am ersten Tag des Segeltörns eingehend mit den Rückwärtsfahreigenschaften der Charteryacht vertraut machen. Fahren Sie hierfür mal einige hundert Meter rückwärts, aus dem Stand, um zu sehen, wie der Radeffekt wirkt. Auch das Anlegen an einem freien Steg kann eine gute Übung sein die Crew einzuteilen und eventuelle Handgriffe nochmal zu erläutern. Im Hafen werden dann alle von dieser Übung profitieren. Bei sehr engen Häfen können Sie auch draußen wenden und rückwärts in den Hafen einfahren. Das erspart Ihnen das Aufstoppen und mindert die Gefahr zu vertreiben, wenn das Manöver nicht gelungen ist. So können Sie wieder zurückfahren und erneut ansetzen. Sorgen Sie sich nicht um die Blicke der anderen Bootsbesatzungen. Diese mussten kurz zuvor die gleiche Situation durchleben und wurden ebenso beobachtet, als sie in den Hafen eingelaufen sind. Wenn Sie eine Lücke gefunden haben, dann sollten Sie zügig, aber nicht zu schnell und nicht zu langsam, in diese einfahren. Vermeiden Sie hektisches Reißen am Gashebel, denn bis der Propeller die schwere Charteryacht bewegt, haben die längst einen anderen Gang eingelegt. Hektisches Reißen schadet außerdem dem Getriebe! Fahren Sie also mit konstanter Geschwindigkeit langsam auf die Lücke zu. 

Meistens ist es im Mittelmeer der Fall, dass im Hafen geankert wird. Werfen Sie den Anker ca. 2 Bootslängen vor den Liegeplatz. Also kurz bevor Ihr Heck den Bug des zukünftigen Nachbarliegers erreicht. Es ist wichtig, vorher das Signal zum Ankern zu geben, da die Ankerleuchte oftmals einige Sekunden braucht. Das Loswerfen des Ankers ist hierbei besser, als ein langsames Ablassen über die Ankerwinch. Geben Sie sodann vorne Stück für Stück die Ankerkette nach, sodass der Skipper in Rückwärtsfahrt sich der Kaimauer nähern kann. Nötiges Kommando hierbei: Der Anker hält! Jetzt nur nicht in Panik verfallen, wenn andere Personen an der Kaimauer Ihnen Kommandos zurufen, die Leinen zu werfen. Fahren Sie ruhig bis ca. 1-1,5 Meter an die Kaimauer heran, stoppen Sie kurz per Vorwärtsschub auf und reichen Sie die Leine entspannt rüber. Sobald jedoch vorne Zug auf den Anker kommt, zieht dieser Ihre Charteryacht sofort wieder nach vorne. Zuerst übergeben Sie die Luvleine und sehen zu, dass diese entweder über einen Poller gelegt oder durch einen Ring gezogen wird. Sie können dann auch selbst übersteigen. Schlimmstenfalls nähert sich Ihre Yacht leicht der Kaimauer, aber dafür haben Sie ja hinten einen dicken Heckfender (Bumsfender) angebracht. Sobald beide Heckleinen fest sind, gehen Sie in aller Ruhe an Bord zurück, legen den Vorwärtsgang ein, sodass Sie nun in den Heckleinen hängen. Nun gehen Sie nach vorne, begutachten unterwegs die Position der Fender und prüfen den Anker. Den kurz durchsetzen oder etwas nachlassen und zurück nach hinten. Im Normalfall haben Sie das Anlegemanöver in aller Ruhe souverän bewältigt und Ihre Yacht liegt jetzt ruhig und fest. Dann nehmen Sie den Gang raus, lassen den Motor aber noch etwas im Leerlauf laufen, damit sich im Motorraum keine Stauwärme bildet.

Motor aus. Fertig. Einlaufbier.